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Wärmedämmverbundsystem (WDVS) – Aufbau

Ein Wärmedämmverbundsystem, kurz WDVS, ist eine außen auf die tragende Wand aufgebrachte Dämmschicht, die mit einer Armierungs- und Putzschicht abgeschlossen wird. Es ist im Bestand die verbreitetste Form der Fassadendämmung, weil es ohne Eingriff in die Konstruktion auskommt und die Wohnfläche unberührt lässt. Die einzelnen Schichten sind aufeinander abgestimmt und nur als geprüftes System zugelassen — einzelne Komponenten dürfen nicht frei kombiniert werden.

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Dipl.-Ing. H. Bendl Hoch- und Tiefbau GmbH & Co. KG Sebnitz

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Wie ist ein Wärmedämmverbundsystem aufgebaut?

Auf den vorbereiteten Untergrund werden die Dämmplatten geklebt und je nach Untergrund zusätzlich verdübelt. Darauf folgt die Armierungsschicht: eine Mörtelschicht, in die ein Glasfasergewebe vollflächig eingebettet wird. Sie nimmt Spannungen auf und verhindert Risse. Den Abschluss bildet der Oberputz, der Witterungsschutz und Optik übernimmt. An Sockel, Fenstern und Gebäudekanten sind Profile und Anschlussbänder erforderlich, weil dort die typischen Schwachstellen liegen. Die Ausführung ist in der DIN 55699 geregelt.

Der Schichtaufbau von innen nach außen

  • Tragender Untergrund, gereinigt und auf Tragfähigkeit geprüft
  • Klebemörtel und je nach Untergrund zusätzliche Verdübelung
  • Dämmplatten in der berechneten Dicke
  • Armierungsschicht mit vollflächig eingebettetem Glasfasergewebe
  • Oberputz als Witterungsschutz und Gestaltungsebene

Welche Dämmstoffe kommen infrage?

Expandiertes Polystyrol ist der verbreitetste Dämmstoff: leicht, günstig und gut zu verarbeiten, jedoch brennbar. Deshalb sind bei größeren Gebäudehöhen umlaufende Brandriegel aus Mineralwolle vorgeschrieben. Mineralwolle selbst ist nichtbrennbar und diffusionsoffen und wird eingesetzt, wo der Brandschutz es fordert oder ein bauphysikalisch offener Aufbau gewünscht ist. Holzfaserplatten bieten gute sommerliche Wärmedämmung und eine deutlich günstigere Ökobilanz, sind aber teurer. Die Dämmstoffdicke ergibt sich aus dem angestrebten U-Wert; im Bestand liegt sie häufig zwischen zwölf und zwanzig Zentimetern.

Die gängigen Dämmstoffe im Vergleich

  • Expandiertes Polystyrol: günstig und leicht, brennbar, Brandriegel erforderlich
  • Mineralwolle: nichtbrennbar und diffusionsoffen, höheres Gewicht
  • Holzfaserplatten: gute Ökobilanz und sommerlicher Wärmeschutz
  • Resolhartschaum: sehr geringe Dämmstoffdicke bei gleicher Wirkung
  • Mineralschaumplatten: nichtbrennbar und mineralisch, gut putzverträglich

Häufige Fragen zum Wärmedämmverbundsystem

Wie dick muss die Dämmung beim Wärmedämmverbundsystem sein?

Die Dicke ergibt sich aus dem angestrebten U-Wert und dem vorhandenen Wandaufbau. Im Bestand liegen übliche Dicken zwischen zwölf und zwanzig Zentimetern.

Führt ein WDVS zu Schimmel?

Im Gegenteil: Eine durchgehende Außendämmung hebt die Oberflächentemperatur der Innenwände und senkt damit das Risiko. Voraussetzung ist eine wärmebrückenfreie Ausführung und ausreichende Lüftung.

Was sind Brandriegel?

Umlaufende Streifen aus nichtbrennbarer Mineralwolle, die bei brennbaren Dämmstoffen die Brandausbreitung über die Fassade verhindern. Sie sind ab bestimmten Gebäudehöhen vorgeschrieben.

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