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Wärmebrücke – Arten, Folgen & Vermeidung

Eine Wärmebrücke ist ein Bereich der Gebäudehülle, an dem deutlich mehr Wärme nach außen gelangt als in der ungestörten Fläche. Die Folge sind zwei Probleme zugleich: erhöhter Energieverlust und eine niedrigere Oberflächentemperatur auf der Innenseite. Sinkt diese unter den Taupunkt, kondensiert Luftfeuchtigkeit — und genau dort entsteht Schimmel. Wärmebrücken sind damit nicht nur eine energetische, sondern vor allem eine hygienische Frage.

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Dipl.-Ing. H. Bendl Hoch- und Tiefbau GmbH & Co. KG Sebnitz

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Welche Arten von Wärmebrücken gibt es?

Geometrische Wärmebrücken entstehen dort, wo einer kleinen Innenfläche eine große Außenfläche gegenübersteht — klassisch an Gebäudeecken. Sie lassen sich nicht vermeiden, nur durch ausreichende Dämmung entschärfen. Konstruktive Wärmebrücken entstehen durch Materialien mit hoher Wärmeleitfähigkeit, die die Dämmebene durchdringen: auskragende Balkonplatten, durchlaufende Betondecken, Fensteranschlüsse, Rollladenkästen oder Stahlteile. Sie sind planbar und deshalb auch vermeidbar. Eine dritte Ursache sind Ausführungsfehler, etwa nicht dicht gestoßene Dämmplatten oder ausgelassene Anschlussdetails.

Typische Stellen im Gebäude

  • Auskragende Balkonplatten und Attiken
  • Fenster- und Türanschlüsse einschließlich Laibungen
  • Übergang von Bodenplatte zu aufgehender Wand
  • Deckenauflager und durchlaufende Betonbauteile
  • Rollladenkästen und Durchdringungen der Dämmebene

Wie lassen sich Wärmebrücken vermeiden?

Der Grundsatz lautet: Die Dämmebene muss ohne Unterbrechung um das gesamte beheizte Volumen laufen. Wo eine Durchdringung unvermeidlich ist, kommen thermische Trennelemente zum Einsatz, etwa Isokörbe bei auskragenden Balkonen. Fenster werden möglichst in der Dämmebene angeordnet und die Laibungen mitgedämmt. Für den energetischen Nachweis lassen sich Wärmebrücken pauschal berücksichtigen oder detailliert berechnen; die Detailberechnung nach DIN 4108 Beiblatt 2 lohnt sich, weil der pauschale Ansatz die Bilanz spürbar verschlechtert. Kontrolliert wird das Ergebnis am fertigen Gebäude gut mit einer Thermografieaufnahme in der Heizperiode.

Konstruktive Gegenmaßnahmen

  • Durchgehende, ununterbrochene Dämmebene um das beheizte Volumen
  • Thermische Trennelemente bei auskragenden Bauteilen
  • Fenster in der Dämmebene anordnen und Laibungen mitdämmen
  • Detaillierte Wärmebrückenberechnung statt pauschalem Zuschlag
  • Kontrolle der Ausführung durch Thermografie in der Heizperiode

Häufige Fragen zu Wärmebrücken

Woran erkennt man eine Wärmebrücke?

An kalten Stellen der Innenoberfläche, oft begleitet von Stockflecken oder Schimmel in Raumecken. Sichtbar macht sie eine Thermografieaufnahme bei ausreichendem Temperaturunterschied.

Sind Wärmebrücken vollständig vermeidbar?

Geometrische Wärmebrücken an Gebäudeecken lassen sich nicht beseitigen, nur abmildern. Konstruktive Wärmebrücken sind dagegen weitgehend vermeidbar.

Was ist der Psi-Wert?

Er beschreibt den zusätzlichen Wärmeverlust einer linienförmigen Wärmebrücke je Meter und Kelvin. Aus den Psi-Werten aller Anschlüsse ergibt sich der Zuschlag im energetischen Nachweis.

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