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U-Wert – Bedeutung & typische Werte

Der U-Wert gibt an, wie viel Wärme ein Bauteil pro Quadratmeter Fläche und pro Grad Temperaturunterschied zwischen innen und außen verliert. Die Einheit lautet Watt pro Quadratmeter und Kelvin. Die Regel ist einfach: Je kleiner der Wert, desto besser die Dämmwirkung. Er ist die zentrale Kennzahl des Wärmeschutzes und Grundlage jeder energetischen Berechnung — vom Nachweis nach Gebäudeenergiegesetz bis zur Wirtschaftlichkeitsbetrachtung einer Sanierung.

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Dipl.-Ing. H. Bendl Hoch- und Tiefbau GmbH & Co. KG Sebnitz

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Wie wird der U-Wert berechnet?

Der U-Wert eines Bauteils ergibt sich aus dem Kehrwert seines gesamten Wärmedurchgangswiderstands. In diesen fließen die Dicke jeder Schicht, geteilt durch ihre Wärmeleitfähigkeit, sowie die Wärmeübergangswiderstände an Innen- und Außenoberfläche ein. Berechnet wird nach DIN EN ISO 6946. Praktisch bedeutet das: Jede zusätzliche Schicht verbessert den Wert, aber nicht linear. Die ersten Zentimeter Dämmung bringen den größten Sprung, jeder weitere Zentimeter deutlich weniger. Wer von zwanzig auf dreißig Zentimeter erhöht, gewinnt erheblich weniger als beim Schritt von null auf zehn.

Was in die Berechnung eingeht

  • Dicke jeder einzelnen Bauteilschicht
  • Wärmeleitfähigkeit der verwendeten Baustoffe
  • Wärmeübergangswiderstände an Innen- und Außenoberfläche
  • Berechnungsverfahren nach DIN EN ISO 6946
  • Bei Fenstern zusätzlich Rahmen, Glas und Randverbund

Welche U-Werte sind üblich?

Eine ungedämmte Außenwand aus den fünfziger Jahren erreicht häufig Werte um 1,4 Watt pro Quadratmeter und Kelvin. Eine heutige gedämmte Außenwand liegt bei etwa 0,20, im Effizienzhausstandard darunter. Fenster sind der schwächste Punkt der Hülle: Einfachverglasung liegt bei rund 5,0, Zweifachverglasung bei etwa 1,3, aktuelle Dreifachverglasung bei rund 0,8. Bei Fenstern wird zwischen dem Wert der Verglasung und dem des gesamten Fensters unterschieden — maßgeblich für den Nachweis ist stets das komplette Bauteil einschließlich Rahmen. Diese Unterscheidung wird in Angeboten gelegentlich verwischt.

Typische Werte zur Orientierung

  • Ungedämmte Außenwand im Altbau: etwa 1,4
  • Gedämmte Außenwand im heutigen Neubau: etwa 0,20
  • Einfachverglasung: etwa 5,0
  • Zweifachverglasung: etwa 1,3
  • Aktuelle Dreifachverglasung: etwa 0,8

Häufige Fragen zum U-Wert

Ist ein niedriger U-Wert immer besser?

Energetisch ja, wirtschaftlich nicht unbegrenzt. Der Nutzen jedes zusätzlichen Zentimeters Dämmung nimmt ab, weshalb es einen sinnvollen Bereich statt eines Maximums gibt.

Worin unterscheiden sich Ug, Uf und Uw beim Fenster?

Ug bezeichnet die Verglasung, Uf den Rahmen und Uw das gesamte Fenster einschließlich Randverbund. Für den energetischen Nachweis zählt allein der Wert des gesamten Fensters.

Lässt sich der U-Wert am Bestand messen?

Ja, über Wärmestrommessungen an der Wand, was jedoch aufwendig ist und stabile Temperaturunterschiede erfordert. Üblicher ist die Berechnung anhand des ermittelten Wandaufbaus.

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