Stahlbeton ist ein Verbundwerkstoff aus Beton und eingelegtem Betonstahl. Er nutzt die Stärken beider Baustoffe: Beton nimmt Druckkräfte hervorragend auf, versagt jedoch schon bei geringer Zugbeanspruchung. Stahl wiederum hält hohen Zugkräften stand. Werden beide verbunden, entsteht ein Material, das Druck und Zug gleichermaßen aufnehmen kann — die Grundlage nahezu jeder modernen Tragkonstruktion im Geschossbau.
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Dipl.-Ing. H. Bendl Hoch- und Tiefbau GmbH & Co. KG Sebnitz
Kontakt035971 504-0 E-MailWarum funktioniert die Verbindung von Beton und Stahl?
Drei Eigenschaften machen den Verbund möglich. Erstens haften Beton und Stahl mechanisch aneinander, verstärkt durch die gerippte Oberfläche des Betonstahls. Zweitens besitzen beide Materialien einen nahezu gleichen Wärmeausdehnungskoeffizienten — sie dehnen sich bei Temperaturänderung gleich stark aus, sodass keine inneren Spannungen entstehen. Drittens schützt der Beton den Stahl chemisch: Sein hoher Alkaligehalt bildet eine Passivschicht auf der Stahloberfläche, die Korrosion verhindert. Fällt dieser Schutz weg, etwa durch Karbonatisierung oder Chlorideintrag, beginnt der Stahl zu rosten und sprengt den Beton ab.
Die drei Grundlagen des Verbunds
- Mechanischer Verbund durch die gerippte Oberfläche des Betonstahls
- Nahezu gleicher Wärmeausdehnungskoeffizient beider Baustoffe
- Chemischer Korrosionsschutz durch das alkalische Milieu des Betons
- Aufnahme der Druckkräfte durch den Beton
- Aufnahme der Zugkräfte durch den eingelegten Stahl
Wo wird Stahlbeton eingesetzt?
Im Geschossbau ist er der Standard für Decken, Stützen, Unterzüge, Treppen und aussteifende Wände. Er wird entweder auf der Baustelle in Schalungen gegossen oder als Fertigteil im Werk hergestellt und montiert. Ortbeton bietet mehr geometrische Freiheit und fugenlose Anschlüsse, Fertigteile verkürzen die Bauzeit erheblich, weil Schal- und Erhärtungszeiten entfallen. Häufig werden beide kombiniert, etwa bei Elementdecken mit vorgefertigter Unterseite und aufbetonierter Ergänzung. Für die Dauerhaftigkeit entscheidend ist die Betondeckung: Sie muss ausreichen, um den Stahl dauerhaft vor Korrosion und im Brandfall vor Hitze zu schützen.
Typische Bauteile aus Stahlbeton
- Geschossdecken als Ortbeton-, Element- oder Fertigteildecke
- Stützen und Unterzüge zur Lastabtragung
- Aussteifende Wandscheiben und Treppenhauskerne
- Treppenläufe und Podeste
- Gründungsbauteile wie Fundamente und Bodenplatten
Häufige Fragen zu Stahlbeton
Was ist der Unterschied zwischen Beton und Stahlbeton?
Unbewehrter Beton nimmt nur Druckkräfte auf. Erst die eingelegte Bewehrung macht ihn zu Stahlbeton und befähigt ihn, auch Zugkräfte aufzunehmen.
Warum rostet die Bewehrung im Beton nicht?
Das alkalische Milieu des Betons bildet eine schützende Passivschicht auf dem Stahl. Erst wenn diese durch Karbonatisierung oder Chloride zerstört wird, setzt Korrosion ein.
Was bedeutet Betondeckung?
Der Abstand zwischen Bewehrung und Bauteiloberfläche. Er wird nach Expositionsklasse und Brandschutzanforderung bemessen und über Abstandhalter gesichert.
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