Smart Home bezeichnet die Vernetzung von Gebäudetechnik — Heizung, Lüftung, Beleuchtung, Verschattung, Zutritt und Sicherheit — zu einem System, das zentral gesteuert und automatisiert werden kann. Der Nutzen liegt nicht in der Fernbedienung per App, sondern in der Automatisierung: Eine Verschattung, die bei Sonneneinstrahlung selbsttätig fährt, senkt die sommerliche Überhitzung spürbar. Im Wohnungsbau ist die entscheidende Frage weniger, welche Geräte eingesetzt werden, sondern was baulich vorbereitet wird.
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Dipl.-Ing. H. Bendl Hoch- und Tiefbau GmbH & Co. KG Sebnitz
Kontakt035971 504-0 E-MailWelche Systeme gibt es beim Smart Home?
Kabelgebundene Bussysteme wie KNX sind der Standard bei anspruchsvollen Installationen. Alle Komponenten hängen an einer gemeinsamen Busleitung, sind herstellerübergreifend kombinierbar, funktionieren ohne Internetverbindung und gelten als sehr störungsarm. Der Preis dafür ist die Festlegung: Die Leitungen müssen im Rohbau verlegt werden. Funkbasierte Systeme kommen ohne zusätzliche Leitungen aus und eignen sich deshalb für die Nachrüstung im Bestand, hängen jedoch von Funkqualität, Batterien und häufig von einem Herstellerdienst im Internet ab. Hybride Lösungen kombinieren beides: kabelgebunden für alles Feste, funkbasiert für Ergänzungen.
Systemarten im Vergleich
- KNX und vergleichbare Bussysteme: kabelgebunden, herstellerübergreifend, sehr stabil
- Funksysteme: ohne zusätzliche Leitungen, ideal für die Nachrüstung
- Hybride Lösungen aus fester Basis und funkbasierten Ergänzungen
- Herstellergebundene Systeme mit Abhängigkeit von einem Anbieter
- Lokale Steuerung ohne Internetverbindung als Anforderung an den Datenschutz
Was sollte im Neubau vorgesehen werden?
Der wichtigste Punkt ist die Infrastruktur, nicht die Technik. Leerrohre in ausreichender Zahl, ein zentraler Technikschrank mit Platz und Stromversorgung, Netzwerkleitungen in alle Räume und Busleitungen zu Verschattung, Heizkreisverteiler und Türkommunikation — das alles ist im Rohbau günstig und später kaum noch nachrüstbar. Die eigentlichen Geräte lassen sich dagegen jederzeit tauschen, ihre Lebensdauer liegt ohnehin weit unter der des Gebäudes. Wer das trennt, vermeidet die häufigste Fehlinvestition: ein hochgerüstetes System, das nach wenigen Jahren nicht mehr unterstützt wird, in einem Gebäude ohne Leerrohre.
Bauliche Vorbereitung
- Ausreichend dimensionierte Leerrohre zu allen relevanten Punkten
- Zentraler Technikschrank mit Platz, Belüftung und Stromversorgung
- Netzwerkleitungen in alle Wohn- und Arbeitsräume
- Busleitungen zu Verschattung, Heizkreisverteiler und Türkommunikation
- Reserven im Zählerschrank für spätere Erweiterungen
Häufige Fragen zum Smart Home
Lohnt sich ein Smart Home energetisch?
Vor allem über Automatisierung von Verschattung, Heizung und Lüftung lassen sich messbare Einsparungen erzielen. Reine Fernsteuerung ohne Automatisierung bringt energetisch wenig.
Ist ein Bussystem im Bestand nachrüstbar?
Nur mit erheblichem Aufwand, da Leitungen verlegt werden müssen. Im Bestand sind funkbasierte oder hybride Lösungen meist die praktikablere Wahl.
Was passiert, wenn ein Hersteller den Dienst einstellt?
Bei cloudabhängigen Systemen können Funktionen ausfallen. Systeme mit lokaler Steuerung arbeiten unabhängig davon weiter, was bei langfristiger Betrachtung ein wesentliches Auswahlkriterium ist.
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