Beim Skelettbau übernehmen Stützen und Träger die gesamte Lastabtragung, während die Wände nur raumbildend und hüllend wirken. Das Tragwerk ist damit vom Ausbau entkoppelt — Grundrisse lassen sich frei einteilen und später verändern, ohne die Statik zu berühren. Diese Trennung ist der wesentliche Unterschied zum Massivbau. Ausgeführt wird das Skelett in Stahlbeton, Stahl oder Holz, je nach Spannweite, Nutzung und Brandschutzanforderung.
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Dipl.-Ing. H. Bendl Hoch- und Tiefbau GmbH & Co. KG Sebnitz
Kontakt035971 504-0 E-MailWie ist ein Skelettbau aufgebaut?
Das Tragwerk besteht aus Stützen, die in einem regelmäßigen Raster stehen, und Trägern, die die Deckenlasten auf diese Stützen übertragen. Die horizontale Aussteifung übernehmen Wandscheiben, Treppenhauskerne oder Verbände, da die Rahmenkonstruktion allein Windlasten meist nicht ausreichend aufnimmt. Das Stützenraster ist die zentrale Planungsentscheidung: Es bestimmt Spannweiten, Trägerhöhen und damit die lichte Raumhöhe. Im Gewerbebau sind Raster zwischen fünf und acht Metern verbreitet, in Verbindung mit Tiefgaragen orientiert sich das Maß häufig an der Stellplatzbreite.
Die Bestandteile des Tragwerks
- Stützen in regelmäßigem Raster als vertikale Lastabtragung
- Träger und Unterzüge zur Aufnahme der Deckenlasten
- Decken als Flach- oder Rippendecken zwischen den Trägern
- Aussteifung über Kerne, Wandscheiben oder Verbände
- Nichttragende Ausfachung und Fassade unabhängig vom Tragwerk
Wo wird der Skelettbau eingesetzt?
Seine Stärke spielt er überall dort aus, wo große, stützenfreie Flächen oder wandelbare Grundrisse gefragt sind: Bürogebäude, Produktions- und Lagerhallen, Parkhäuser und Verkaufsflächen. Auch im Geschosswohnungsbau kommt er vor, meist in den Erdgeschossen, wenn dort Gewerbe oder eine offene Erschließung untergebracht wird und die Wohngeschosse darüber im Massivbau folgen. Ein Nachteil liegt beim Schallschutz: Weil die trennenden Bauteile keine tragende Masse haben, ist er konstruktiv aufwendiger zu lösen als im Massivbau. Auch der Brandschutz erfordert bei Stahlskeletten zusätzliche Bekleidungen oder Beschichtungen.
Typische Anwendungen
- Bürogebäude mit flexibel einteilbaren Flächen
- Produktions- und Lagerhallen mit großen Spannweiten
- Parkhäuser und Tiefgaragen mit regelmäßigem Raster
- Verkaufsflächen mit stützenarmer Grundfläche
- Erdgeschosse von Wohngebäuden mit gewerblicher Nutzung
Häufige Fragen zum Skelettbau
Warum ist der Skelettbau flexibler als der Massivbau?
Weil die Wände keine Lasten tragen und deshalb versetzt oder entfernt werden können. Das Tragwerk bleibt davon unberührt.
Welches Stützenraster ist üblich?
Im Gewerbebau liegen die Achsmaße meist zwischen fünf und acht Metern. Bei Tiefgaragen orientiert sich das Raster häufig an der Breite der Stellplätze.
Wie wird ein Stahlskelett brandgeschützt?
Über Bekleidungen aus Gipsplatten, Spritzputz oder dämmschichtbildende Beschichtungen. Ohne Schutz verliert Stahl bei etwa fünfhundert Grad Celsius einen großen Teil seiner Tragfähigkeit.
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