Der Massivbau ist eine Bauweise, bei der flächige Bauteile aus Mauerwerk oder Beton zugleich tragen, raumbildend wirken und die Gebäudehülle schließen. Tragende Wände übernehmen die Lasten der darüberliegenden Decken und leiten sie bis in die Gründung. Damit unterscheidet er sich grundlegend vom Skelettbau, bei dem Stützen und Träger die Lasten übernehmen. Im deutschen Wohnungsbau ist der Massivbau die dominierende Bauweise — nicht aus Gewohnheit, sondern weil er mehrere bauphysikalische Anforderungen gleichzeitig löst.
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Dipl.-Ing. H. Bendl Hoch- und Tiefbau GmbH & Co. KG Sebnitz
Kontakt035971 504-0 E-MailWie funktioniert der Massivbau?
Die Lastabtragung erfolgt flächig: Deckenlasten verteilen sich über die gesamte Wandlänge, nicht über einzelne Punkte. Verwendet werden Mauerwerk aus Ziegel, Kalksandstein, Porenbeton oder Leichtbeton sowie Stahlbetonwände, häufig kombiniert. Aussteifende Wandscheiben und Treppenhauskerne nehmen die horizontalen Kräfte aus Wind auf. Da die tragenden Wände über alle Geschosse durchlaufen müssen, ergibt sich eine wichtige Planungskonsequenz: Die Grundrisse der Geschosse sind aneinander gebunden. Wer im Erdgeschoss eine große Öffnung wünscht, braucht dort einen Unterzug oder eine Stütze.
Merkmale der Bauweise
- Flächige Lastabtragung über tragende Wände statt über Stützen
- Baustoffe aus Mauerwerk oder Stahlbeton, oft kombiniert
- Aussteifung über Wandscheiben und Treppenhauskerne
- Tragende Wände müssen über alle Geschosse durchlaufen
- Hohe Masse der Bauteile mit entsprechender Speicherfähigkeit
Welche Vorteile und Grenzen hat der Massivbau?
Die hohe Masse ist der entscheidende Vorteil. Sie sorgt für guten Luftschallschutz zwischen Wohnungen, für nichtbrennbare Bauteile mit hohem Feuerwiderstand und für eine ausgeprägte Wärmespeicherfähigkeit, die im Sommer Temperaturspitzen dämpft. Zugleich ist sie die Kehrseite: Massivbauteile haben eine hohe graue Energie, und die Bauzeit ist wegen Erhärtungs- und Trocknungszeiten länger als bei vorgefertigten Systemen. Auch die Grundrissflexibilität ist eingeschränkt. Für den Geschosswohnungsbau überwiegen die Vorteile meist deutlich, weshalb er dort weiterhin die Regelbauweise ist.
Stärken und Schwächen im Vergleich
- Sehr guter Luftschallschutz durch hohe Bauteilmasse
- Nichtbrennbare Baustoffe mit hohem Feuerwiderstand
- Gute Wärmespeicherung und damit sommerlicher Wärmeschutz
- Höhere graue Energie als bei leichten Bauweisen
- Längere Bauzeit durch Erhärtungs- und Trocknungszeiten
Häufige Fragen zum Massivbau
Was unterscheidet Massivbau und Skelettbau?
Im Massivbau tragen flächige Wände, im Skelettbau punktförmige Stützen mit Trägern. Der Skelettbau erlaubt freiere Grundrisse, der Massivbau bietet besseren Schall- und Brandschutz.
Ist Massivbau immer aus Beton?
Nein. Zum Massivbau zählt ebenso Mauerwerk aus Ziegel, Kalksandstein, Porenbeton oder Leichtbeton. Häufig werden Mauerwerk und Stahlbeton innerhalb eines Gebäudes kombiniert.
Lassen sich tragende Wände später entfernen?
Nur mit statischem Nachweis und einer Auswechslung durch Unterzug oder Stütze. Der Eingriff ist aufwendig, weil die Last über alle darüberliegenden Geschosse abzufangen ist.
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