Holzhybridbau bezeichnet Konstruktionen, die Holz gezielt mit Beton oder Stahl kombinieren, statt sich auf einen Baustoff festzulegen. Jeder Werkstoff übernimmt dort eine Aufgabe, wo seine Eigenschaften am besten passen: Holz trägt bei geringem Eigengewicht und bindet Kohlenstoff, Beton liefert Masse für Schall- und Brandschutz sowie Steifigkeit. Das Ergebnis ist eine Bauweise, die die ökologischen Vorteile des Holzbaus nutzt, ohne dessen bauphysikalische Schwächen im Geschosswohnungsbau in Kauf zu nehmen.
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Dipl.-Ing. H. Bendl Hoch- und Tiefbau GmbH & Co. KG Sebnitz
Kontakt035971 504-0 E-MailWie ist ein Holzhybridbau aufgebaut?
Verbreitet ist die Kombination aus einem Erschließungskern in Stahlbeton, der Aussteifung und Brandschutz übernimmt, mit tragenden Wänden und Decken in Holz. Das prägende Bauteil ist die Holz-Beton-Verbunddecke: Eine Brettsperrholzplatte wird schubfest mit einer dünnen Betonschicht verbunden. Das Holz nimmt die Zugkräfte auf, der Beton die Druckkräfte, und die zusätzliche Masse verbessert den Trittschallschutz erheblich — die klassische Schwachstelle reiner Holzdecken. Auch Kombinationen aus Betonstützen mit Holzbindern oder Holzfassaden auf Massivkernen zählen dazu.
Typische Kombinationen
- Erschließungskern in Stahlbeton mit Wohngeschossen in Holzbauweise
- Holz-Beton-Verbunddecke aus Brettsperrholz mit dünner Betonschicht
- Betonstützen mit Bindern aus Brettschichtholz
- Vorgefertigte Holzrahmenwände auf massiver Gründung
- Aufstockungen in Holz auf massivem Bestandsgebäude
Welche Vorteile bietet der Holzhybridbau?
Der wichtigste Vorteil ist das geringe Eigengewicht: Eine Holzkonstruktion wiegt einen Bruchteil einer gleichwertigen Massivkonstruktion. Genau das macht sie für Aufstockungen wertvoll, weil vorhandene Fundamente und Wände oft keine großen zusätzlichen Lasten aufnehmen können. Hinzu kommt der hohe Vorfertigungsgrad, der die Bauzeit auf einem bewohnten Gebäude erheblich verkürzt. Ökologisch punktet Holz durch den gebundenen Kohlenstoff und eine deutlich bessere Ökobilanz. Beim Brandschutz gilt Holz als besser berechenbar, als sein Ruf vermuten lässt: Es brennt mit bekannter Abbrandrate ab, während der Querschnitt unter der Kohleschicht seine Tragfähigkeit behält.
Wo der Holzhybridbau besonders passt
- Aufstockungen auf Bestandsgebäuden mit begrenzter Tragreserve
- Geschosswohnungsbau mit hohem Nachhaltigkeitsanspruch
- Projekte mit engem Terminrahmen durch hohe Vorfertigung
- Bauvorhaben in dichter Bebauung mit kurzen Bauzeiten vor Ort
- Gebäude mit angestrebter Zertifizierung nach Nachhaltigkeitssystemen
Häufige Fragen zum Holzhybridbau
Wie verhält sich Holz im Brandfall?
Holz brennt mit einer bekannten Abbrandrate ab und bildet dabei eine schützende Kohleschicht. Der darunterliegende Querschnitt behält seine Tragfähigkeit, weshalb sich die Feuerwiderstandsdauer rechnerisch nachweisen lässt.
Ist der Schallschutz im Holzbau ausreichend?
Reine Holzdecken sind beim Trittschall im Nachteil. Die Holz-Beton-Verbunddecke behebt das durch zusätzliche Masse und erreicht die Anforderungen des Geschosswohnungsbaus.
Bis zu welcher Höhe ist Holzhybridbau zulässig?
Die Landesbauordnungen lassen Holzkonstruktionen inzwischen bis in die höheren Gebäudeklassen zu, unter Auflagen an Brandschutz und Kapselung. Die konkrete Grenze unterscheidet sich je Bundesland.
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