Ein Grundriss stellt ein Gebäude im waagerechten Schnitt dar, üblicherweise etwa einen Meter über der Fußbodenoberkante. Sichtbar werden dadurch Wände, Stützen, Türen, Fenster und die Anordnung der Räume. Er ist die wichtigste Bauzeichnung überhaupt, weil sich aus ihm sowohl die Nutzbarkeit als auch ein großer Teil der Baukosten ableiten. Für Bauherren ist er zugleich das Dokument, an dem sich eine Planung am besten beurteilen lässt — vorausgesetzt, man weiß, worauf zu achten ist.
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Dipl.-Ing. H. Bendl Hoch- und Tiefbau GmbH & Co. KG Sebnitz
Kontakt035971 504-0 E-MailWie ist ein Grundriss aufgebaut?
Die Darstellung folgt der DIN 1356 für Bauzeichnungen. Geschnittene Bauteile werden kräftig dargestellt, darunterliegende oder darüberliegende Elemente dünner oder gestrichelt. Türen erscheinen mit ihrem Aufschlag, Fenster mit ihrer Brüstung. Bemaßung, Raumbezeichnungen, Flächenangaben und Höhenkoten ergänzen die Zeichnung. Der Maßstab richtet sich nach dem Zweck: Genehmigungspläne werden meist im Maßstab 1:100 erstellt, Ausführungspläne im Maßstab 1:50, Details bis 1:5 oder 1:1. Nordpfeil und Schnittverlauf gehören ebenfalls in jeden vollständigen Grundriss.
Bestandteile einer vollständigen Zeichnung
- Geschnittene Wände, Stützen und Öffnungen nach DIN 1356
- Türen mit Aufschlagrichtung und Fenster mit Brüstungshöhe
- Bemaßung, Raumbezeichnungen und Flächenangaben
- Höhenkoten sowie Nordpfeil und Schnittverlauf
- Maßstabsangabe passend zur Planungsphase
Was zeichnet einen guten Grundriss aus?
Ein guter Grundriss verschwendet keine Fläche an Erschließung und trennt dennoch klar zwischen den Bereichen. Flure sollten so kurz wie möglich sein, weil sie Fläche binden, ohne Aufenthaltsqualität zu bieten. Wichtig sind ausreichend zusammenhängende Wandflächen zum Möblieren — ein Raum voller Türen und Fenster ist schwer nutzbar. Sanitärräume und Küche werden sinnvollerweise an gemeinsamen Installationsschächten gebündelt, was Leitungswege verkürzt und Schallschutzprobleme reduziert. Belichtung und Ausrichtung entscheiden über die Aufenthaltsqualität: Wohnräume nach Süden und Westen, Schlafräume eher nach Osten.
Merkmale funktionierender Wohnungsgrundrisse
- Geringer Anteil an Flur- und Verkehrsfläche
- Ausreichend möblierbare Wandflächen in jedem Raum
- Bündelung von Küche und Bad an gemeinsamen Installationsschächten
- Trennung von Wohn- und Ruhebereich
- Belichtung und Ausrichtung passend zur Raumnutzung
Häufige Fragen zum Grundriss
In welchem Maßstab wird ein Grundriss gezeichnet?
Genehmigungspläne entstehen üblicherweise im Maßstab 1:100, Ausführungspläne im Maßstab 1:50. Details werden je nach Bedarf bis 1:5 oder 1:1 dargestellt.
Lässt sich ein Grundriss nachträglich ändern?
Nichttragende Wände lassen sich meist versetzen, tragende Wände nur mit statischem Nachweis und häufig mit Auswechslung. Je später die Änderung erfolgt, desto aufwendiger wird sie.
Woran erkennt man tragende Wände im Grundriss?
Tragende Wände sind in der Regel deutlich dicker dargestellt als nichttragende. Verbindliche Auskunft gibt jedoch nur der Positionsplan des Tragwerksplaners.
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