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Geschosswohnungsbau – Merkmale & Planung

Geschosswohnungsbau bezeichnet die Errichtung von Wohngebäuden mit mehreren übereinanderliegenden Vollgeschossen, in denen voneinander getrennte Wohneinheiten liegen. Er ist die verdichtete Antwort auf knappen und teuren Baugrund: Auf derselben Grundfläche entsteht ein Vielfaches der Wohnfläche eines Einfamilienhauses. Damit einher gehen andere Anforderungen an Statik, Brandschutz, Schallschutz und Erschließung. In wachsenden Regionen wie dem Großraum Dresden ist er die tragende Bauform für bezahlbaren Wohnraum.

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Dipl.-Ing. H. Bendl Hoch- und Tiefbau GmbH & Co. KG Sebnitz

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Was kennzeichnet den Geschosswohnungsbau?

Charakteristisch ist die vertikale Stapelung abgeschlossener Wohneinheiten über eine gemeinsame Erschließung — Treppenhaus, Aufzug und Zugänge werden von allen Bewohnern genutzt. Daraus ergeben sich die prägenden technischen Anforderungen. Zwischen den Wohnungen ist ein Schallschutz nach DIN 4109 sicherzustellen, der Luft- und Trittschall gleichermaßen erfasst. Ab bestimmten Gebäudehöhen greifen verschärfte Brandschutzanforderungen mit notwendigen Treppenräumen und feuerbeständigen Bauteilen. Die Tragstruktur wird meist in Massiv- oder Stahlbetonbauweise ausgeführt, weil sie Lasten, Schall- und Brandschutz zugleich abdeckt.

Prägende bauliche Anforderungen

  • Schallschutz zwischen den Wohnungen nach DIN 4109
  • Brandschutzanforderungen abhängig von der Gebäudeklasse
  • Tragwerk aus Massiv- oder Stahlbetonbauweise
  • Gemeinsame Erschließung über Treppenraum und Aufzug
  • Barrierefreie Erreichbarkeit der Wohnungen ab bestimmten Geschosszahlen

Was entscheidet über die Wirtschaftlichkeit?

Der wichtigste Hebel liegt im Verhältnis von Wohnfläche zu Verkehrsfläche. Jeder Quadratmeter Treppenhaus und Flur ist Fläche, die gebaut, beheizt und instand gehalten, aber nicht vermietet wird. Ein kompakter Grundriss mit wenigen Erschließungskernen und mehreren Wohnungen je Geschoss verbessert diese Relation deutlich. Ebenso wirkt die Wiederholung: Übereinanderliegende Grundrisse mit durchgehenden Installationsschächten senken den Aufwand in Rohbau und Haustechnik spürbar. Wer im Geschosswohnungsbau wirtschaftlich bauen will, entscheidet das im Entwurf — nicht in der Ausschreibung.

Stellschrauben für ein tragfähiges Projekt

  • Günstiges Verhältnis von Wohnfläche zu Erschließungsfläche
  • Wiederholung gleicher Grundrisse über die Geschosse
  • Durchgehende Installationsschächte für Heizung, Sanitär und Lüftung
  • Kompakte Gebäudeform mit geringer Hüllfläche
  • Frühe Abstimmung von Stellplatznachweis und Tiefgarage

Häufige Fragen zum Geschosswohnungsbau

Ab wann spricht man von Geschosswohnungsbau?

Üblicherweise ab drei Vollgeschossen mit mehreren abgeschlossenen Wohneinheiten je Geschoss. Eine feste gesetzliche Grenze gibt es nicht, maßgeblich sind die Gebäudeklassen der Landesbauordnung.

Ab welcher Höhe ist ein Aufzug vorgeschrieben?

Die Landesbauordnungen fordern einen Aufzug in der Regel ab Gebäuden mit mehr als vier Obergeschossen. Die genaue Schwelle und die Anforderungen an die Barrierefreiheit unterscheiden sich je Bundesland.

Welche Bauweise eignet sich für Geschosswohnungsbau?

Verbreitet ist der Massiv- und Stahlbetonbau, weil er Schall- und Brandschutz konstruktiv mitbringt. Zunehmend kommen auch Holzhybridkonstruktionen zum Einsatz, die Beton und Holz kombinieren.

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