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Bodenplatte – Aufbau, Dämmung & Abdichtung

Die Bodenplatte ist die flächige Gründung eines Gebäudes: Sie nimmt die Lasten der aufgehenden Konstruktion auf und verteilt sie gleichmäßig in den Baugrund. Gleichzeitig bildet sie die untere Abgrenzung gegen Erdreich, Feuchtigkeit und Wärmeverlust. Sie ist damit Tragwerk und Bauteil der Gebäudehülle zugleich — was ihren schichtweisen Aufbau erklärt. Fehler an dieser Stelle sind später kaum korrigierbar, weil die gesamte Konstruktion darauf steht.

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Dipl.-Ing. H. Bendl Hoch- und Tiefbau GmbH & Co. KG Sebnitz

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Wie ist eine Bodenplatte aufgebaut?

Auf dem verdichteten Baugrund folgt zunächst eine Tragschicht aus Schotter oder Kies, die Lasten verteilt und kapillar aufsteigende Feuchtigkeit unterbricht. Darauf kommt eine Sauberkeitsschicht aus Magerbeton, die eine ebene Arbeitsfläche schafft. Es folgen Perimeterdämmung und Abdichtung, deren Reihenfolge von der gewählten Konstruktion abhängt, und schließlich die bewehrte Betonplatte. Der Fußbodenaufbau mit Trittschalldämmung und Estrich liegt darüber. Die Plattenstärke ergibt sich aus Statik und Baugrund und liegt im Wohnungsbau meist zwischen zwanzig und dreißig Zentimetern.

Der Schichtaufbau von unten nach oben

  • Verdichteter Baugrund als tragfähige Grundlage
  • Kapillarbrechende Schicht aus Schotter oder Kies
  • Sauberkeitsschicht aus Magerbeton als ebene Arbeitsfläche
  • Perimeterdämmung und Abdichtung gegen Feuchtigkeit
  • Bewehrte Betonplatte, darüber der Fußbodenaufbau

Abdichtung oder weiße Wanne?

Welcher Feuchteschutz erforderlich ist, ergibt sich aus der Wassereinwirkung nach DIN 18533. Bei Bodenfeuchte und nicht stauendem Sickerwasser genügt eine klassische Abdichtung aus Bitumenbahnen oder kunststoffmodifizierten Dickbeschichtungen, oft als schwarze Wanne bezeichnet. Steht drückendes Wasser an, etwa bei hohem Grundwasserstand, kommt die weiße Wanne zum Einsatz: eine Konstruktion aus Beton mit hohem Wassereindringwiderstand, bei der der Beton selbst abdichtet. Entscheidend sind dort die Fugen und Durchdringungen, weil an ihnen die Dichtheit steht oder fällt. Die Wahl trifft man nicht nach Gewohnheit, sondern nach Baugrundgutachten.

Was den Feuchteschutz bestimmt

  • Baugrundgutachten mit Angabe des Bemessungswasserstands
  • Einstufung der Wassereinwirkungsklasse nach DIN 18533
  • Wahl zwischen Abdichtungsbahnen und wasserundurchlässigem Beton
  • Sorgfältige Ausbildung von Arbeits- und Dehnungsfugen
  • Abdichtung sämtlicher Leitungsdurchführungen

Häufige Fragen zur Bodenplatte

Wie dick muss eine Bodenplatte sein?

Im Wohnungsbau liegt die Stärke meist zwischen zwanzig und dreißig Zentimetern. Maßgeblich sind Gebäudelasten und Baugrund, die der Tragwerksplaner bewertet.

Was ist eine weiße Wanne?

Eine Konstruktion aus Beton mit hohem Wassereindringwiderstand, bei der der Beton selbst die Abdichtung übernimmt. Sie wird eingesetzt, wenn drückendes Wasser ansteht.

Braucht eine Bodenplatte eine Dämmung?

Ja, sobald darüber beheizte Räume liegen, fordert das Gebäudeenergiegesetz einen Wärmeschutz. Üblich ist druckfeste Perimeterdämmung unter oder über der Platte.

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