Die Bewehrung ist der in den Beton eingelegte Stahl, der dort Kräfte aufnimmt, wo der Beton allein versagen würde — vor allem Zug- und Querkräfte. Verwendet wird Betonstahl mit gerippter Oberfläche, üblicherweise der Sorte B500, deren Zahl die Streckgrenze in Newton pro Quadratmillimeter angibt. Ihre Lage im Bauteil ist keine Nebensache: Bewehrung wirkt nur dort, wo Zugspannungen auftreten. Ein an falscher Stelle eingebauter Stab trägt nichts bei.
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Dipl.-Ing. H. Bendl Hoch- und Tiefbau GmbH & Co. KG Sebnitz
Kontakt035971 504-0 E-MailWelche Arten von Bewehrung gibt es?
Die Längsbewehrung nimmt die Hauptzugkräfte auf und liegt bei einer Decke unten in Feldmitte, über den Auflagern dagegen oben — dort kehrt sich die Beanspruchung um. Die Querkraftbewehrung, meist als Bügel ausgebildet, sichert gegen Schubversagen in Auflagernähe. Konstruktive Bewehrung begrenzt Rissbreiten und verteilt Lasten, ohne rechnerisch angesetzt zu werden. Für flächige Bauteile kommen vorgefertigte Betonstahlmatten zum Einsatz, die den Einbau erheblich beschleunigen. Bei stark belasteten Punkten, etwa Stützenanschlüssen in Flachdecken, ergänzt eine Durchstanzbewehrung die Konstruktion.
Bewehrungsarten und ihre Aufgaben
- Längsbewehrung zur Aufnahme der Hauptzugkräfte
- Querkraftbewehrung als Bügel gegen Schubversagen
- Konstruktive Bewehrung zur Begrenzung der Rissbreiten
- Betonstahlmatten für flächige Bauteile wie Decken und Wände
- Durchstanzbewehrung an hoch belasteten Stützenanschlüssen
Worauf kommt es beim Einbau an?
Maßgeblich ist der Bewehrungsplan des Tragwerksplaners, der Durchmesser, Abstände, Lage und Übergreifungslängen festlegt. Die häufigste Fehlerquelle auf der Baustelle ist eine zu geringe Betondeckung: Liegt der Stahl zu nah an der Oberfläche, fehlt ihm der Korrosionsschutz und im Brandfall die schützende Masse. Gesichert wird sie über Abstandhalter in ausreichender Zahl. Ebenso wichtig sind die Übergreifungslängen an Stößen, weil die Kraftübertragung dort allein über den Verbund läuft. Vor dem Betonieren steht deshalb die Bewehrungsabnahme — sie ist der letzte Moment, in dem sich Fehler ohne Aufwand beheben lassen.
Prüfpunkte vor dem Betonieren
- Übereinstimmung mit dem Bewehrungsplan in Lage und Durchmesser
- Ausreichende Betondeckung, gesichert durch genügend Abstandhalter
- Korrekte Übergreifungslängen an allen Stößen
- Sichere Lagefixierung gegen Verschieben beim Betonieren
- Saubere, rost- und ölfreie Oberfläche des Betonstahls
Häufige Fragen zur Bewehrung
Was bedeutet die Bezeichnung B500?
B steht für Betonstahl, die Zahl 500 für die Streckgrenze in Newton pro Quadratmillimeter. Ergänzende Buchstaben wie A oder B kennzeichnen die Duktilitätsklasse.
Warum ist die Betondeckung so wichtig?
Sie schützt den Stahl vor Korrosion und im Brandfall vor schneller Erwärmung. Eine zu geringe Deckung ist eine der häufigsten Ursachen für Betonschäden an Bestandsbauten.
Wer kontrolliert die Bewehrung?
Vor dem Betonieren erfolgt die Bewehrungsabnahme durch die Bauleitung, bei anspruchsvollen Bauteilen zusätzlich durch den Tragwerksplaner. Danach ist die Lage nicht mehr überprüfbar.
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