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Bauwerksabdichtung – Normen & Ausführung

Die Bauwerksabdichtung schützt Bauteile vor eindringendem Wasser — insbesondere erdberührte Wände und Bodenplatten, aber auch Nassräume, Balkone und Terrassen. Sie ist eines der Gewerke mit den gravierendsten Folgen bei Fehlern: Ein undichter Keller lässt sich nachträglich nur mit erheblichem Aufwand instand setzen, oft nur von innen und selten dauerhaft. Geregelt sind die erdberührten Bauteile in der DIN 18533, Innenräume in der DIN 18534 und Außenflächen in der DIN 18531.

Wir unterstützen Sie gerne.

Dipl.-Ing. H. Bendl Hoch- und Tiefbau GmbH & Co. KG Sebnitz

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Welche Klassen kennt die Bauwerksabdichtung?

Die DIN 18533 stuft die Beanspruchung erdberührter Bauteile ein. Die Klasse W1-E umfasst Bodenfeuchte und nicht stauendes Sickerwasser — die häufigste Situation bei durchlässigem Boden mit Dränung. W2-E steht für drückendes Wasser, etwa bei hohem Grundwasserstand oder bindigen Böden, in denen sich Wasser staut. W3-E betrifft nicht drückendes Wasser auf erdüberschütteten Decken, W4-E Spritzwasser am Sockel und Kapillarwasser. Aus der Klasse folgt unmittelbar, welche Abdichtungsbauart zulässig ist. Die Einstufung stützt sich auf das Baugrundgutachten, nicht auf Erfahrungswerte aus der Nachbarschaft.

Die Klassen im Überblick

  • W1-E: Bodenfeuchte und nicht stauendes Sickerwasser
  • W2-E: drückendes Wasser bei hohem Grundwasserstand oder bindigem Boden
  • W3-E: nicht drückendes Wasser auf erdüberschütteten Decken
  • W4-E: Spritzwasser und Kapillarwasser am Sockel
  • Einstufung auf Grundlage des Baugrundgutachtens

Wie wird abgedichtet und wo liegen die Schwachstellen?

Zur Verfügung stehen Bitumenbahnen, kunststoffmodifizierte Bitumendickbeschichtungen, Kunststoffbahnen und mineralische Dichtungsschlämmen. Alternativ dichtet der Beton selbst ab, als weiße Wanne aus Beton mit hohem Wassereindringwiderstand. Die Fläche selbst ist selten das Problem — Schäden entstehen fast immer an den Übergängen: an der Sockelausbildung, an Arbeitsfugen, an Leitungsdurchführungen und dort, wo zwei unterschiedliche Abdichtungssysteme aufeinandertreffen. Deshalb gehören diese Details in die Ausführungsplanung und nicht in die Entscheidung auf der Baustelle. Eine Dokumentation vor dem Verfüllen der Baugrube ist dringend zu empfehlen.

Typische Schwachstellen

  • Sockelbereich am Übergang von erdberührt zu aufgehend
  • Arbeits- und Dehnungsfugen im Beton
  • Durchführungen für Leitungen und Hausanschlüsse
  • Übergänge zwischen verschiedenen Abdichtungssystemen
  • Beschädigungen der Abdichtung beim Verfüllen der Baugrube

Häufige Fragen zur Bauwerksabdichtung

Was ist der Unterschied zwischen schwarzer und weißer Wanne?

Die schwarze Wanne dichtet mit aufgebrachten Bahnen oder Beschichtungen ab. Bei der weißen Wanne übernimmt der Beton selbst die Abdichtung, entscheidend sind dort die Fugen.

Kann ein Keller nachträglich abgedichtet werden?

Ja, von außen durch Freilegen der Wände oder von innen über Injektionen und Sperrschichten. Beides ist deutlich aufwendiger und weniger dauerhaft als eine korrekte Ausführung beim Neubau.

Ersetzt eine Dränung die Bauwerksabdichtung?

Nein. Eine Dränung leitet Wasser ab und kann die Beanspruchung verringern, ersetzt die Abdichtung jedoch nicht. Sie ist eine Ergänzung, kein Ersatz.

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